Berggeschrei wird Luchsbachtal erneut über Jahrzehnte prägen

Die SME AG will in Pöhla Wolfram und noch weitere Bodenschätze abbauen. Im Gange ist seit Ende 2016 ein Erkundungsbergbau. Derzeit liegen Unterlagen aus, die den Umfang des künftigen Erzbergwerks verdeutlichen - auch den der oberirdischen Anlagen.

(Zeitungsartikel aus der "Freien Presse")

Pöhla. In fünf Aktenordnern sind die Unterlagen zusammengefasst. Wer sie studiert, erhält ein Bild von den umfangreichen Planungen, Konzepten und Gutachten, Prognosen und Fachbeiträgen, die es zum künftigen Erzbergwerk Pöhla gibt. Im Luchsbachtal, in dem die SDAG Wismut aktiv war und nach dem Ende des Abbaus aufwendige Sanierungen einsetzten, gibt es wieder Berggeschrei. Die Saxony Minerals & Exploration (SME) AG mit Sitz in Halsbrücke bei Freiberg darf dort Wolfram, Zinn, Zink, Flussspat, Kupfer, Indium, Eisen, Silber und Kadmium gewinnen. Das Oberbergamt hat die bergrechtliche Bewilligung erteilt und zunächst bis Ende 2037 befristet. Abgebaut wird aber noch nicht. Zunächst lagen jetzt erst einmal jene fünf Aktenordner in den Rathäusern von Schwarzenberg und Breitenbrunn aus. Es geht noch gar nicht um den eigentlichen Betriebsplan, sondern laut Landesdirektion "um raumbedeutsame Auswirkungen der Planung unter überörtlichen Gesichtspunkten". Und diese Auswirkungen haben den Unterlagen zufolge auch über Tage beachtliche Dimensionen. Einige sind hier zusammengefasst.
Bauten: Es wird einen Verwaltungs- und Sozialtrakt sowie eine Wasseraufbereitung mit Kläranlage geben, Regenwasser- und Sedimentationsbecken. Die Aufbereitung der geförderten Bodenschätze erfolgt ebenso auf dem Betriebsgelände. Der Plan zeigt drei Hallen, erschlossen mit einer Straße und zwei Wendebereichen. Die Halle mit den eigentlichen Aufbereitungsanlagen hat eine Grundfläche von 114 mal 98 Metern und ist, dem Gelände angepasst, zwischen 12 und 16 Metern hoch. Eine zweite Halle (Grundfläche 54 mal 15 Meter) soll Chemikalienlager, Labor, Büro- und Sozialräume beherbergen, die dritte Halle (40 mal 60 Meter) ist als Lager gedacht.

Halde: Der geplante Standort der Abraumhalde umfasst 28,7 Hektar und überdeckt die komplette Fläche der einst durch die Wismut betriebenen Luchsbachhalde. Der Kippenaufbau erfolgt voraussichtlich in zehn Blöcken, die an die Hänge des Tals geschüttet werden. Dauer je Block: etwa zwei Jahre. Mit dem Aufschütten eines neuen Blocks geht das Aufforsten des vorherigen los. Im Endzustand ist die Halde 40 Meter hoch, gerechnet vom gewachsenen Talgrund aus. Zum Talausgang hin entsteht ein Hauptdamm mit einem Neigungswinkel von 15 Grad.

Luchsbach: Mit dem Wachsen der Halde macht sich eine Verlegung des Luchsbaches erforderlich. Der Bach, schon seit Wismut-Zeit mit teilweise neuem Verlauf, soll auf rund zwei Kilometern Länge um bis zu 125 Meter nach Nordosten verlegt werden.

Besucherbergwerk: Die Tagesanlagen des Besucherbergwerks Zinnkammern liegen am Rand des Bewilligungsfelds, Stollen und Zinnkammern außerhalb. Laut SME werden die Sachzeugen früheren Bergbaus nicht beeinträchtigt. Den modernen Betrieb neben historischen Sachzeugen zu entwickeln, erhöhe die touristische Attraktivität der Region.

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